Zimmern für den Wasserturm

Für unser neues Haus in Martapura wird ein Tiefbrunnen und ein Wasserturm gebaut mit Leitungen in Bad und Küche. Der Wasserturm bestand nach alter Tradition aus zwei Öltonnen auf einem Gerüst; zweimal am Tag wurde mit einer Handpumpe Wasser hochgepumpt.

Der Bauplatz war ein Teil eines christlichen Friedhofs, die sieben Gräber wurden den anderen Teil des Friedhofs umgebettet. Leider machten die Geister der Verstorbenen den Umzug nicht mit, sie wollten lieber unsere häusliche Crew drangsalieren. Ein Selamatan musste ausgerichtet werden, ein Festessen, bei dem die Menschen die realen Dinge verzehrten, Göttern und Dämonen das Aroma genügte. Die Außerirdischen waren versöhnt und Sisri, Djanto und Juminah beruhigt.

Leider bedrohte eine neue Geisterinvasion unser Haus, als wenig später auf dem benachbarten Restfriedhof ein ambonesisches "Christenkind" bestattet wurde. Sisri, Djanto und Juminah traten in Generalstreik, sie wollten unser Haus sofort verlassen. Ich mußte den Tuan aus dem Krankenhaus rufen, Totenseelen sind wichtiger als Malariakranke. Er ging schnurstracks zum Bupatih, der ihm versprach, daß in Zukunft keine Toten mehr bestattet werden dürfen. Geister, Dämonen und unsere drei Helden waren beruhigt, ein zweites Selamatan versöhnte alle.