Küche in Sampit

Der Kohlkopf im Regal kommt aus Java. Links der Wasserfilter aus poröser Keramik, rechts die Alu-Milchkanne mit dem abgekochten Trinkwasser. In guten Regenzeiten kam das Wasser aus der Regentonne, in der Trockenzeit musste man es literweise aus dem Fluss holen lassen.

Diese Aufnahme ist die einzige bei uns erhaltene Farbaufnahme, die mit einer Magnesium-Blitzpistole gemacht wurde.

Der Blondschopf ist mein Bruder Klaus, etwa ein Jahr alt, im Tragetuch von Ma-A. In Deutschland wurde es erst 20 Jahre später schick, Kinder in einem Tuch auf der Hüfte zu tragen; damals galt es der deutschen Schulmedizin als hüftgelenkschädigend.

Kohl war eines der wenigen Gemüse, die man in Sampit bekommen konnte, aber auch dieser wurde per Schiff von Java gebracht. Man glaubte damals, alle Tropenböden seien unendlich fruchtbar, und nur die Kalimantaner zu blöde, die Landwirtschaft hinzukriegen. Also wurden Javaner und Balinesen nach Kalimantan geholt, denn die wussten ja, wie man Kohl und Karotten anbaut. Aber irgendwie wuchs das Gemüse unter javanischen Händen im Laterit-Boden nicht, es fehlten im nicht-vulkanischen Kalimantan die düngenden Aschen. Frustriert zogen die Javaner nach den Pflichtjahren in der Transmigrasi wieder nach Hause und überließen den Boden dem Alang-Alang Gras.

Nähereres über dieses Umsiedlungsprogramm findet man im Internet unter dem Stichwort "Transmigrasi", etwa auf der Seite des Friedensforum an der Universität Kassel. Über Spätfolgen der Umsiedlungspolitik, die in Sampit zu Massakern führet, berichtet die NZZ und die BBC im Jahre 2001.